#1 Laminieren einer Cowling von Lutz2 07.03.2013 18:16

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Wichtig beim Laminieren: Gewebe immer diagonal zuschneiden. Wir nehmen hier Gewebe mit Köper-Bindung,
welches sich viel besser in Rundungen einschmiegt. Das Zuschneiden der diagonalen Stücke hat viel Verschnitt,
aber es geht nicht anders.
Laminiert wird in eine Form, die man sich bei netten Leuten ausleiht
Eine Lage feines Gewebe, wegen der Oberfläche und anschließend zwei Lagen gröberes wegen der Strukturfestigkeit.

Keine Negativform zur Hand? Dann wird das alles wesentlich komplizierter, da erst eine Form gebaut werden muss.

Begonnen wird mit Trennwachs und PVA, um die Cowling nicht nachher aus der Form herausflexen zu müssen.
PVA ist ein blaues, wasserlösliches Mittel, um das Wachs von der Cowling zu trennen.
Hinterher wäscht man es runter und das Wachs bleibt in der Form.
Dann legen wir direkt mal einen Verstärkungsstreifen in unsere Ausbuchtung, denn hinterher müssen wir den
Hauptlayer an dieser Stelle einschneiden.

#2 RE: Laminieren einer Cowling von Lutz2 07.03.2013 18:20

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Nun kommt Layer für Layer sauber eingelegt und blasenfrei laminiert.
Wichtig ist hier das Verhältnis Harz-Härter: Eine sehr genaue Waage ist Pflicht,
denn sonst wird das Zeug nicht richtig fest.

Die Kanten bekommen noch extra Verstärkungsstreifen.

Insgesamt dauer so eine komplette Cowling einen guten Arbeitstag mit allem drum und dran.

#3 RE: Laminieren einer Cowling von Lutz2 07.03.2013 18:25

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Hier sieht man nun die Cowling bereits montiert mit einem NACA-Einlauf für meinen Ölkühler.
Den NACA-Einlauf habe ich bei PQS zugekauft, da ich keine Form dafür hatte.

Ja - ok - scharfäugiger Leser: Das hier ist eine unlackierte Cowling...
Zugegeben: Ich habe insgesamt sechs Stück gebaut.
Zwei Stück habe ich Jens geschenkt für die Form-Leihgabe
Zwei für Freunde gebaut und zwei für mich - eine als Ersatzteil ...

#4 RE: Laminieren einer Cowling von haus-air 07.03.2013 21:17

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SEHR SCHÖN - WILL MEHR SEHEN!!!!!!!!

Gruss Fabian
B-Nr. 375

#5 RE: Laminieren einer Cowling von Lutz2 30.01.2014 11:06

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was man unbedingt beachten sollte:

Vor dem Einlegen der Glasmatten mit Harz sollte man die Negativform vorher innen mit Spritzspachtel beschichten.
Das hat den Vorteil, dass es später weniger Poren gibt, die mühselig zugespachtelt werden müssen.
Legt man direkt Glas ein, so entstehen winzige Löcher eben dort, wo die Fasern sich kreuzen.
Das fällt zwar beim Nachbehandeln und Feinschleifen nicht auf, aber wenn ihr dann Lack oder
Spachtel aufspritzt, ergeben sich tausende sogenannte "Pinnholes", die allein durch die Oberflächenspannung
des Materials erzeugt werden und sich auch nicht schließen lassen. Und man muss manuell spachteln, weil
eben auch Spritzspachtel eine Oberflächenspannung aufweist...

By the way: Habe die Cowling lackiert - das schwierigste Teil am Flieger ...b_20140129_075534.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)

#6 RE: Laminieren einer Cowling von haus-air 30.01.2014 11:58

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Hi Lutz,
Spritzspachtel ist da nicht zu empfehlen. Es gibt für die Anwendung extra Oberflächen Harz.
Gruss Fabian

#7 RE: Laminieren einer Cowling von Lutz2 30.01.2014 14:50

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Stimmt - meinte ich ja. Spritzspachtel ist was für Autos ...
Das Zeug wird bei uns in der Werkstatt halt Spritzspachtel genannt.

Also: Oberflächenharz ;- )

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