Pläne und Lizenzen zum Kiebitz werden ausschließlich über den Konstrukteur vetrieben. Kontakt:
Michael Platzer Am Rohleiber 20 D34302 Ellenberg Telefon +49 5665-2820
Dabei bitte beachten das Michael sehr begrenzte "Sprechzeiten" hat. Bitte nur Wochentags zwischen 21:00 und 22:00 anrufen.
-wieviel Arbeitsstunden benötigt man für den Kiebitz? Die Arbeitsstunden sind natürlich sehr stark vom persönlichen Geschick und der Ausrüstung abhängig. Aber ich denke 2000 Stunden sind ein passender Wert. Es gab Leute die haben innerhalb eines Jahres einen fertig bekommen, ich weiss aber auch von einem der hat 7 Jahre gebraucht. Man spart sehr viel Zeit wenn man mit Leuten spricht die schon einen gebaut haben, dann muss man das Rad nicht neu erfinden denn leider sind die Pläne teilweise für ungeübte schwer zu verstehen und eine Schritt für Schritt Anleitung gibts leider nicht wirklich. Oder man grübelt tagelang "wie hat er´s nur gemeint?" oder "womit fange ich am besten an?". Aber da sind bislang (fast) alle mit fertig geworden
-welchen Platzbedarf hat man für den Bau ? Gebaut wird das Flugzeug in Komponenten. Die größten sind natürlich die Tragflächen mit 7,6 m Länge. Man muss Platz drumrum haben und natürlich auch zum Lagern wenn sie fertig sind. Der Rumpf ist im Rohbau ohne Leitwerk und Motorträger ca.5m lang. Wir hatten seinerzeit eine alte Bushalle. Die war 4x10m groß und 4 meter hoch. Das hat gerade gereicht. Wilfried hat fast den gesamten Keller seines Wohnhauses entkernt und baut ihn dort. Auf dem Häuslichen Küchentisch gehts jedenfalls nicht es sei denn die Küche hat 100qm. Erst wenn alle Komponenten im Rohbau fertig sind, wird der Kiebitz das erste mal zusammengesteckt und verspannt. So erfolgt dann auch die Rohbauabnahme. Wenn Michael seinen Segen dazu gegeben hat, wird alles wieder zerlegt, und dann kann bespannt werden. Die endgültige Montage vor der Endabnahme und dem Erstflug erfolgt dann auf dem Flugplatz.
-mit welchen Kosten muß man Rechnen (Material, Motoren, MusterZulassung etc.)? Die Kosten können sehr stark variieren, je nach Ausrüstung, persönlichen Wünschen und Geschmack. Man kann sicher für rund 15000 EUR einen zum Fliegen bringen, es ist aber genauso kein Problem das doppelte zu versenken. ( z.B. gebrauchter Motor für ca 2500 EUR oder neu für bis zu 12000.- EUR).
-welche Fragen muß man sich und anderen vor einem solchen Vorhaben noch stellen? Ich würde es mal so in Reihenfolge der Prioritäten bringen: 1. Besitze ich Durchhaltevermögen? Ein Hausbau geht in der Regel schneller. Eine Menge Freizeit geht flöten ...darum Frage 2.... 2. Spielt meine Familie mit? Die eigene Erfahrung: Nach zwei Jahren intensiven bauens haben sich meine Frau und ich uns getrennt (der fairness halber sei erwähnt, nicht nur wegen des Kiebitzes.Aber eben auch). Urlaub mit der Frau auf Mallorca?? Hmmm, lieber die Zeit im Keller verbringen und für das Geld Instrumente kaufen....weil nächstes Jahr soll das Ding ja fliegen! . 3. Habe ich rund 20000 EUR frei plus minus X? 4. Habe ich den Platz ? 5. Habe ich jemals eine Säge in der Hand gehabt und mich oder andere damit nicht gleich verletzt? Auch wenn der Kiebitz eigentlich sehr einfach gestrickt ist und so geplant das ihn eigentlich jeder bauen kann, ein gewisses Handwerkliches Geschick sollte vorhanden sein. Je mehr desto besser. Aber man muss definitiv kein Ingenieur oder ausgebildeter Flugzeugbauer sein. 6. Habe ich eine gewisse Grundausrüstung an Werkzeugen ? Man brauch nicht unbedingt eine CNC Fräse oder Drehmaschine aber mit einem Werkzeugkoffer für Hausfrauen aus dem Baumarkt kommt man nicht weit. 7. Bin ich verrückt genug ? Kannst du alles mit "Ja" beantworten, dann bist du genau richtig ! Belohnt wirst du irgendwann mit einem Gefühl was nur Frauen kennen wenn sie ein Kind kriegen wenn der Kiebitz das erste mal in die Luft geht. Mir gings jedenfalls so. Und nicht zu vergessen mit einem unglaublichen Fluggenuss und der Ehre in der Gemeinde der Selbstbauer und Kiebitzflieger aufgenommen zu sein. Du wirst feststellen, das diese Leute alles verrückte sind. Das liegt wohl daran das die meisten mit dem Bau eines Flugzeuges eine Art Lebensprüfung hinter sich gebracht haben und das prägt irgendwie. Hinterher glaubst du, du kannst alles (naja..fast:) Ein selbstgebautes Flugzeug fliegt immer anders als ein gekauftes. Das Herz fliegt immer mit.
Hier mal ein paar Tipps, um Kosten (und Arbeit) zu reduzieren, denn einen Kiebitz von 0 auf 100 komplett selber zu bauen übersteigt des Einen oder Anderen Möglichkeiten - denn ansonsten gäbe es nicht so viele Rohbauten auf diversen Speichern:
Materialien wie Stahlrohre und Alu-Bleche (gerade 4 mm) gibt es in Lieferlängen - oftmals viel zu viel Material - und der frisch gebackene Planerwerber glaube bitte nicht, Kosten hier durch den Bau einer "Kleinserie" Geld rausholen zu können! Es ist schwer genug, erst mal einen Vogel in die Luft zu bekommen. Also hört euch hier im Forum um: Es wird oft günstig überschüssiges Material angeboten. Oder fragt ganz banal "in die Runde"
Bevor man sich eine Form für Cowling, Flächenübergänge etc. selber schnitzt - versucht euch eine zu leihen oder bei diversen "Alten Hasen" eine Cowling bauen zu lassen. Dasselbe gilt für den Tank. Ich habe meinen Tank selber gebaut - möglichst groß - und habe dann beim DAeC dafür Extragebühren berappen dürfen :- ( Aber der Tank ist Superklasse geworden - davon mal ab...
Augen aufhalten nach grundüberholten Motoren am Markt. Das kann allerdings dauern, bis man den richtigen findet.
Instrumente bei Ebay haben oft den Nachteil, dass sie geklaut sind. Hier ganz vorsichtig agieren und sich mal die Seriennummern mitteilen lassen ... Ich habe auch schon von Fällen gehört, dass das bezahlte Instrument nie angekommen ist. Ich habe meine Instrumente in USA gekauft (als der Dollar noch günstiger stand) da sind einige Euros drin, wenn man Bekannte dort hat, die ab und zu rüberkommen.
Es müssen keine teuren Schroth-Gurte sein. Ich habe mir von Air Berlin ein paar gebrauchte Verschlüsse besorgt und im Netz klasse Gurtband. Wer nun eine gute Nähmaschine hat, kann sich die Gurte praktisch selber konfektionieren. Beschläge aus Alublech selber gefeilt.
Wenn möglich, immer selber lackieren. KFZ Lackierer machen euren Flieger oftmals zu schwer. Flugzeuglack ist dünn am besten. KFZ-Lack ist dick lackiert ein guter Rissbildner.
Dasselbe, was ich über Materialien weiter oben gesagt habe, gilt auch für Werkzeuge. Gute gebrauchte Werkzeuge kaufen und später wieder verticken. Bei mir waren das: Sata-Spritzpistole mit Aktivkohlefiltereinheit. Kompressor (dicker mit genügend Luftleistung) Absaugung für die Halle Cleko-Set Schweißgerät WIG mit Flasche Presszange Akkunietzange (wer mal ne Sehnenscheidenentzündung hatte .....)
Zur Wahl der Werkstatt: Wenn ihr eine ungeheizte Scheune anmietet, könnt ihr im Winter nicht bauen oder habt zumindest nicht dieselbe Performance wie in einer beheizten Werkstatt mit Radio, guter Beleuchtung, Kaffeemaschine und WC. Die Werkstattkosten werden also mit der Verlängerung der Bauzeit auch teurer. Mein Bau stockte, als ich in der unbeheizten Doppelgarage bei -10° echt keine Lust hatte, rauszugehen. Das eigentliche Problem ist, die Motivation über einen langen Zeitraum konstant hoch zu halten. Wenn man schon einen Flieger hat, will man im Sommer ja auch fliegen - und nicht bauen.
Dann viel Spaß beim Bauen und den anderen bereits fertigen Kiebitzen viel Spaß beim Fliegen.