das Thema Funkgerät ist hier sicher schon oft abgehandelt worden, ich bitte aber trotzdem um Hilfe: Ich wollte mir (und meinen Fliegerkollegen) etwas Gutes tun und habe mir das Filser ATR 833 zugelegt. Bis dato hatte ich ein ICOM A20 eingebaut und mit externer Antenne eigentlich auch ganz guten Empfang. Doch jetzt geht quasi gar nix mehr. Nach dem Einbau am Boden getestet und alles für ok befunden. Doch in der Luft: Ein sehr übles Störgeräusch und von anderen Fliegern kann ich nur erahnen, ob ein Funkspruch abgegeben wurde. Auch vom Platz höre ich nach einem KM kaum noch was. Muss ich eine andere Antenne einbauen? Danke für Hilfe.
In usere Kiebitz haben wir ein Icom A20 mit ein home-made intercom. Um Störgeräusch zu vermeiden haben wir der Funkapparat an der strom direkt von akku (batterie) von der Kiebitz, positiv und negativ Stromkabel mit einen sicherung da zwisschen. Auch haben wir der antenne isoliert vom gerüst montiert. Dass heisst der Antenne hat kein massa auf gerüst. Wir haben prima empfang in Flugzeug und in Tower, ohne geräusch.
vielen Dank für den schnellen Tip, werde ich morgen direkt mal asuprobieren. Ich dachte bislang immer, die Antenne müsste guten Kontakt zum Gerüst haben?? Die von Filser schreiben, dass man bei nichtmetallischen Fliegern Alufolie quasi als "Gegengewicht" aufkleben soll.
Ich selbst habe noch das ATR600 aber drei Kollegen das ATR833. Ich habe alle 4 Funggeräte eingebaut. Alle funktionieren einwandfrei. Alles Kiebitze.
Die Antenne sollte auf jeden Fall auf eine größere Metallplatte montiert werden. Bei uns liegt diese sofort hinter der unteren Fläche. Es ist eine 1 mm dicke und etwa 40x40cm große Aluplatte. Diese ist nicht in Kontakt mit dem Rumpf. Die Antenne ist in der Mitte der Platte fixiert.
Die + Zuleitung kommt sofort von der Batterie, läuft aber vor dem Funkgerät durch einen Entstörfilter. Muss nicht, ist aber in jedem Fall besser.
Hast du dir das Kabel mitbestellt oder selber gebastelt?
auch Dir Danke für den Tip. Das Kabel war an der Antenne fest angeschlossen. Die Antenne ist oben am Kiebitz ca. 50 cm hinter dem Pilotensitz installiert und das Kabel ca. 4 m lang. Ist eine bodenseitige Montage wie Deine sinnvoller und das Kabel evtl. zu lang? Bei thiecom.de gibts eine Flugfunkantenne für Kunststoffmontage, da entfällt die Aluplatte. Ist sowas sinnvoll?
Also, ich arbeite ja bei der Luftwaffe, und die Kollegen aus der Werft sagen alle, dass eine Metallplatte immer sinvoll ist. Das Kabel sollte nur so lang sein, dass es ohne Umwege angeschlossen werden kann. Ob die Antenne oben oder unten montiert wird spielt meines Erachtens keine große Rolle.
Hallo Werner, hier mal ein bischen was zur Theorie. Die Flugfunkantennen sind Lamda viertel Antennen. Das heisst, die Länge des Stabes ist ein viertel so lang wie die Wellenlänge. Das sind so etwa 40-50 cm. Da die Antennen keine Dipol Antennen sind, brauchen sie ein Elektrisches Gegengewicht. Die Größe ist idealerweise ebenfalls Lambda viertel. Das heisst also in der Theorie ein Quadratisches Kuchenblech von etwa 80 x 80 cm Kantenlänge mit der Antenne in der Mitte. Die Stärke des Bleches ist nicht wichtig. Das ist natürlich in keinem Flieger unterzubringen. Je kleiner das Blech wird, umso schlechter wird der Wirkungsgrad der Antenne. Um dem Problem auf die Schliche zu kommen, würde erstmal helfen das Stehwellenverhältnis der Antenne zu messen um festzustellen wo man überhaupt ist. Meistens sind es jedoch relativ banale Probleme, z.B. schlechte Verkrimpungen der BNC Stecker oder durch Kabelbinder gequetschte Kabel. Auch zu enge Radien bei der Verlegung des Kabels können Probleme verursachen. Wenn du einen Prüfer Klasse 5 mit Avionik berechtigung in der Nähe hast, sollte der ein Stehwellenmessgerät haben. Das Gegengewicht sollte übrigens auf Flugzeugmasse liegen. Wenn das Gegengewicht aus Alu ist, kann auch der Masse Anschluss schlecht sein, da Aluminium mit der Zeit eine isolierende Oxydschicht bildet. Eine andere Möglichkeit dem Problem Herr zu werden, ist der Einbau einer Dipol Draht antenne. Hier brauchts kein Gegengewicht. Man hängt das Ding einfach hinten ins Rumpfgerüst und fertig. Ich würde allerdings erstmal ein neues Antennenkabel versuchen und mit einem Stehwellenmesser nachprüfen. Ich hab so ein Ding (..da Prüfer mit Avionik). Kannst auch gern in Nienburg/Weser vorbeikommen wenns nicht zu weit ist. Viele Grüsse Jens
vielen Dank für die ausführliche Beschreibung! Ich bin jetzt nur etwas irritiert: Alan und Raoul schreiben, die Aluplatte hätte keinen Kontakt mit dem Rumpf, Du schreibst, die Platte sollte Masseanschluss haben. Dann hat doch das Funkgerät auch über den Masseanschluss Kontakt mit der Antenne und umgekehrt?!
PS.: Euer neuer Motor ist ja wirklich geil. Wenn ich meinen Limbach nicht vorletztes Jahr überholt hätte...
kann als Gegengewicht auch eine Platte aus Kohlefaser verwendet werden? Wenn der Rumpfrücken aus Kohle gemacht ist, dann wäre man von 80x80 gar nicht mehr so weit weg.