Wichtig beim Laminieren: Gewebe immer diagonal zuschneiden. Wir nehmen hier Gewebe mit Köper-Bindung, welches sich viel besser in Rundungen einschmiegt. Das Zuschneiden der diagonalen Stücke hat viel Verschnitt, aber es geht nicht anders. Laminiert wird in eine Form, die man sich bei netten Leuten ausleiht Eine Lage feines Gewebe, wegen der Oberfläche und anschließend zwei Lagen gröberes wegen der Strukturfestigkeit.
Keine Negativform zur Hand? Dann wird das alles wesentlich komplizierter, da erst eine Form gebaut werden muss.
Begonnen wird mit Trennwachs und PVA, um die Cowling nicht nachher aus der Form herausflexen zu müssen. PVA ist ein blaues, wasserlösliches Mittel, um das Wachs von der Cowling zu trennen. Hinterher wäscht man es runter und das Wachs bleibt in der Form. Dann legen wir direkt mal einen Verstärkungsstreifen in unsere Ausbuchtung, denn hinterher müssen wir den Hauptlayer an dieser Stelle einschneiden.
Lutz2
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Nun kommt Layer für Layer sauber eingelegt und blasenfrei laminiert. Wichtig ist hier das Verhältnis Harz-Härter: Eine sehr genaue Waage ist Pflicht, denn sonst wird das Zeug nicht richtig fest.
Die Kanten bekommen noch extra Verstärkungsstreifen.
Insgesamt dauer so eine komplette Cowling einen guten Arbeitstag mit allem drum und dran.
Lutz2
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Hier sieht man nun die Cowling bereits montiert mit einem NACA-Einlauf für meinen Ölkühler. Den NACA-Einlauf habe ich bei PQS zugekauft, da ich keine Form dafür hatte.
Ja - ok - scharfäugiger Leser: Das hier ist eine unlackierte Cowling... Zugegeben: Ich habe insgesamt sechs Stück gebaut. Zwei Stück habe ich Jens geschenkt für die Form-Leihgabe Zwei für Freunde gebaut und zwei für mich - eine als Ersatzteil ...
Lutz2
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Vor dem Einlegen der Glasmatten mit Harz sollte man die Negativform vorher innen mit Spritzspachtel beschichten. Das hat den Vorteil, dass es später weniger Poren gibt, die mühselig zugespachtelt werden müssen. Legt man direkt Glas ein, so entstehen winzige Löcher eben dort, wo die Fasern sich kreuzen. Das fällt zwar beim Nachbehandeln und Feinschleifen nicht auf, aber wenn ihr dann Lack oder Spachtel aufspritzt, ergeben sich tausende sogenannte "Pinnholes", die allein durch die Oberflächenspannung des Materials erzeugt werden und sich auch nicht schließen lassen. Und man muss manuell spachteln, weil eben auch Spritzspachtel eine Oberflächenspannung aufweist...
By the way: Habe die Cowling lackiert - das schwierigste Teil am Flieger ...b_20140129_075534.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
... da staunt der Laie - und der Fachmann wundert sich ...
Hi, danke für die gute Beschreibung. Ich werde mich dran halten. Eine Frage habe ich aber noch. Welches Harz bevorzugt ihr? Epoxid- oder Polyesterharz? Viele Grüße Peter Bau-Nr. 260
Hallo Andre, ich bin blutiger Anfänger und habe erstmal ein Urmodell aus Styrodur gebaut. Das habe ich jetzt mit Epoxidharz und Glasfilamentgewebe Silane 160 verstärkt. War schon mal eine gute Übung. Allerdings finde ich das Gewebe recht sperrig, vor allem die Ränder. Das Modell wird jetzt noch gespachtelt, da ist das nicht so tragisch, aber ob ich eine ordentliche Negativform hinbekomme...? Hast du einen Rat? Gruß Peter
Habe auch ein Urmodell aus Holz und Styro gebaut, beschichtet und dann unendlich lange gespachtelt und geschliffen. Hab mal ein paar Bilder angehängt.IMG-20201114-WA0000.jpeg - Bild entfernt (keine Rechte)IMG-20201117-WA0001.jpeg - Bild entfernt (keine Rechte)[img][/img]1.JPG - Bild entfernt (keine Rechte)
Danke für die wirklich guten Tipps! Ich bin noch beim Spachteln und Schleifen. Dann will ich füllern und schon kommt die nächste Frage: Ist danach eine 2K-Lackierung unbedingt erforderlich oder kann ich die vermeiden? Habe mich mal auf der R&G-Homepage umgesehen. Ist das L385 wirklich nur für gewerbliche Kunden erhältlich? Wie seid ihr da ran gekommen? Kann man Köper 160 g/m2 tatsächlich in einem Stück über die Urform bzw. in die Negativform drapieren? Welche und wieviel Gewebelagen habt ihr für eure Teile verwendet? Gruß Peter
Wenn man das Trennmittelsystem mit Grundierwachs und PVA Trennmittel benutzt ist es meiner Meinung nach völlig ausreichend den Füller mit 320er nass zu schleifen. 2K Lack für das Urmodell ist dann nicht unbedingt notwendig. Das L285 geht auch, hat nur eine kürzere Topfzeit (also nicht mehr als 200g auf einmal anmischen). Als Gewebe habe ich für die Haube 1x 210g Köper Gewebe dann 2x 390g Köper und nur an den belasteten Stellen (Verschraubung, Randbereich usw. eine weitere Lage 390g Gewebe. Ob man das Gewebe ohne einschneiden in die Form oder aufs Urmodell bekommt hängt von der jeweiligen Form und deren Radien ab. Wenn eingeschnitten oder geteilt werden muss, dann die Schnitte bzw. Überlappungen versetzen.