derzeit bin mit dem Umbau meiner CNC-Fräse beschäftigt. Da ich gerne meine Spanten mit der Fräse bearbeiten möchte, stellt sich nun die Frage nach der Tragflächentiefe bzw. nach dem längsten Maß der Spanten. Aktuell besitze ich noch keine Pläne und kann das Maß deshalb nicht selbst entnehmen.
Besteht eigentlich die Möglichkeit die Spanten aus einem Stück zu fräsen oder müssen diese zwingend aus Kieferholzleisten hergestellt werden?
Hi Flydus, das geht nicht (so einfach). Da hilft nur nach Plan bauen wie vorgegeben. Das ist auch kein Akt. Jede strukturelle Änderung fordert einen theoretischen und praktischen Nachweis der Geld und Zeit kostet. Das lohnt sich also nicht.... Gruss Fabian
wenn man die Rippen (und ich glaube das meinst du mit "Spanten"?) aus einem Stück fräst, hast du folgende Nachteile: - Extrem viel Abfall - Einen ungünstigen Kraftverlauf (denn das ist ein Stabwerk mit senkrecht laufenden Kräften in jedem Stab) - bestimmt keine Gewichtsersparnis - raue Oberflächen, die Kleber saugen - also zusätzliches Gewicht - das ganz gewisse "no" vom Konstrukteur aus genau diesen Gründen
Was man tun kann, ist eine Form zum Einlegen der Stäbe fräsen. Hab ich aber nicht getan, denn ich hatte das gerne plan auf der Helling aufliegen, um auch mal gut an Kleberüberschüsse dranzukommen. Dazu habe ich die Pläne 1:1 kopiert und WICHTIG: 1:1 können die wenigsten Kopierer !!! Oft kommt irgendetwas gezogenes oder gestauchtes beim Kopieren raus! Dann auf die Helling fixiert und mit Dübelchen und Destaco Klemmen die Leisten in Position gehalten.
Es ist verständlich, dass man als Kiebitz-Novize ganz heiß ist, selber seinen Senf dazuzugeben. Aber glaub mir, das Bauen genau nach Plan bringt schon genügend Problemchen mit sich, sodass man sich noch extra welche aufladen sollte. Sonst wird man nämlich nicht fertig mit dem Projekt. Glaub mir - und das werden dir alle Kiebitze hier bestätigen können - die "Geilheit" schwindet eher als du den Flieger erstmals in der Luft hast. Es ist halt ne Menge zu tun und man muss sich oft neu motivieren. Da kommen komplette strukturelle Veränderungen des Fliegers ungelegen.
Natürlich gibt es absolute Kiebitz Profis wie z.B. Jens oder Wilfried, die nun nicht nur einen Kiebitz gebaut haben. Und da ist es verständlich, dass dann mal was ganz anderes, neues herauskommt. Aber auch dort ist die Struktur im Grunde immer noch dieselbe. Denn die ist abgesegnet - sonst keine. Nur das Drumherum ist halt leicht bis stärker modifiziert.|addpics|c3k-6-8122.jpg|/addpics|
Ich werde im kommenden Jahr zunächst mal die Pläne bei Michael Platzer bestellen. Zum jetzigen Zeitpunkt ging es mir einfach nur um den Umbau meiner CNC-Fräse.
Die o.g. Argumente sind schlüssig und diese werde ich natürlich befolgen.Ich bin schon davon ausgegangen, dass das Fräsen der Rippen problematisch mit der Zulassung sein wird. Allerdings bin im Katalog von PQS auf gefräste Rippen gestoßen und habe mir deshalb die Frage gestellt, ob das erlaubt ist. Nach vielen Jahren in der gewerblichen Luftfahrt ist es mir allzulänglich bekannt, dass bauliche Veränderung oft leider nur schwer möglich sind.
Vielen Dank für eure Ratschläge und Infos. Ich wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit. Weitere Fragen folgen dann sobald der Bau begonnen hat.... ;-)
Beim Rippenbau sind mehrere Arbeitsschritte notwendig. Der Hinweis bei PQS zwecks gefraeste Rippen bezieht sich auf die Nachbearbeitung nach dem Leimen. Die Rippen werden bei PQS nicht aus dem vollen gefraest, sondern nur z.B. die Anpassung der Kontur im Nasenbereich. Ein 60mm Stopfenbohrer & Schleifmittel wuerden auch funktionieren.
Die absolute Grundausstattung beim Bau der Rippen sollte auf jeden Fall eine feststehende Tellerschleifmaschine sein. Der Teller steht dann senkrecht und sie sollte eine effektive Staubabsaugung haben. Eine im Winkel einstellbare Stützauflage ist auch wichtig. Wenn noch ein horizontal laufendes Schleifband dabei ist - umso besser! Mit dieser Schleifmaschine kann man ganz hervorragend die Rippenkonturen als letzten Schliff herstellen. Mit einer Fräse musst du ja auch erst einmal die Rippe genau da liegen haben, wo später dein Fräser langfährt. Die großen Bohrungen gehen hervorragend mit einem Fixmaß-Kreisschneider. Besser nicht die billigen Dinger mit 7 Lochkreissägen im Set für 3,50 EUR dafür nehmen. Da hat man dann (mit der oben schon beschriebenen Helling und 1:1 Plan und Destaco-Klemmen) alles, was man zum Rippenbau braucht. Und Zeit natürlich. Ich habe eine Rippe immer 24 h in der Form gelassen. Später als alle Rippen geklebt und geschliffen waren, habe ich mir ein Kunststoffbecken aus PP geschweißt und die Rippen erst einmal mit Bläueschutz behandelt. Nach dem Trocknen dann in Bondex Kiefer gebadet. Denn dieses anilinfreie Behandlungsmittel, wie es in den Plänen steht, gibt es nicht mehr auf dem Markt.
man kann die CNC Fräse schon gut brauchen beim Bau der Rippen. Ich habe mir auf der Fräse Anschläge für die fast fertigen Rippen gemacht, um alle gleich positionieren zu können. Dann wurden mit der Fräse die Ausschnitte für die Holmrohre in die Rippen gefräst. Das hat folgende Vorteile: 1. der Bohrungsabstand ist immer gleich, was das spätere Auffädeln der Rippen ungemein vereinfacht. 2. man kann den Bohrungsdurchmesser exakt herstellen und ist nicht davon abhängig die richtige Lochsäge zu finden. Die Fräse ist auch bei vielen anderen Baustellen ein gutes Hilfsmittel beim Kiebitzbau: Armaturenbretter, Abstandshalter für die Formleisten, diverse Spanten für den Bau der Instrumententräger und und und noch viele Kleinteile. Also wohl dem der eine Fräse hat und einen Kiebitz bauen will !!!
die Fräse kannst Du schon ganz gut gebrauchen für die Rippen zum 1. Ausschneiden der Aufnahmen für die Holmrohre (60mm, 55mm, 28mm, je nach Rippenposition) 2. formschönen Trennen von Querruder- und Tragflächen-Rippen der unteren Fläche
Bei der äußeren Kontur würde ich eher Augenmaß und Tellerschleifer nehmen. Zumindest bei unseren Rippen ist die Biegung der Leisten nicht immer zu 100% identisch. Da kann's schon ein paar 10tel Abweichung geben, die der Fräser dann aus den Kiefernleisten wegfräst. Und die Leisten sind nur 5mm "dick".
Viele wichtiger als für die Rippen ist die Fräse für die vielen anderen Kleinteile. Da kann ich Fritz nur zustimmen.
Insofern: Viel Erfolg, und auch von mir schöne Weihnachten! Dietmar
klar kann man mit einem entsprechenden Maschinenpark zu Felde ziehen. Die Grundidee des Kiebitzbaues war ja eigentlich die, den Vogel mit einer halbwegs normalen Werkzeugausrüstung gebaut zu bekommen.
Interessant, dass es das anilinfreie Zeugs bei Siebert gibt. Hab ich wohl damals nicht gefunden und mit Bläueschutz und Bondex geht es ebenso gut. Und sollte auch insgesamt preiswerter sein...
da hast Du schon Recht, dass es alles so einfach wie möglich gebaut werden können soll ( so ein schöner Satz!) Aber wenn die Fräse halt schon vor dem Kiebitzbau in der Garage steht, dann wär's ja auch komisch sich eine Lochsäge zu kaufen und sich damit rumzuärgern. Extra für den Kiebitz eine Fräse zu kaufen kann aber auch Sinn machen, weil wenn der Kiebitz fertig ist kann man trotzdem mit der Fräse noch sehr lange und viel Spaß haben. Aber das muss jeder für sich entscheiden.
meine Fräse steht bei mir schon mehrere Jahre in der Werkstatt. Sie wird für mein Modellbauhobby recht regelmäßig genutzt. Allerdings ist sie mir einfach zu klein geworden, deshalb steht der Umbau an. Eine Neuanschaffung für den Kiebitzbau halte ich auch für übertrieben.
Den Tip mit der Tellerschleifmaschine habe ich mal direkt an meine Frau weitergegeben, sie freut sich jetzt endlich ein Weihnachtsgeschenk für den Ehemann gefunden zu haben.