ich würde mir gern eine mechanische Tankanzeige in den Tankdeckel einbauen. Für Kanister (Bootsbedarf) gibt es ja Tankuhren, die mit einem Schwimmer funktionieren. Die Anzeigen sind aber immer oben auf dem Deckel und daher im Kiebitz im Flug nicht abzulesen, wenn man keine Jahrmarktsattraktion anstrebt.
In einer alten Piper-Cup und in einem Video der Skymonkeyyys habe ich mal eine vergleichbare mechanische Tankanzeige gesehen, in der jedoch nicht der Zeiger vom Schwimmer bewegt wurde, sondern ein kleiner Zylinder, auf dem die Skala für den Füllstand aufgedruckt war. Diese konnte man dann auch gut aus dem Cockpit ablesen.
Hallo Michael, meinen ersten Flug machte ich am 9. September 1958 in einer 65 PS Piper L4. Da war ein Draht auf den Schwimmer im Tank gesteckt, der dann - je nach Füllstand - mehr oder weniger weit oben rausschaute. Zugegeben, das war mehr ein Schätzeisen, aber so und nicht anders wollte ich meine Kraftstoffvorratsanzeige haben. Einmal Tank entleeren, dann in 5 Liter Schritten auffüllen und die herausschauende Länge auf einer Liste notieren. Genau genug für mich, ich fliege den Tank eh nicht wirklich leer. Falls Du Interesse hast, dann ruf mich an - ich stehe auf der Liste. Mit Kiebitzgrüßen RolfK (Rolf Korth)
Hallo Michael, was hältst du von diesem Teil? Diese Anzeige stammt von Aircraft-spruce und nennt sich "spiral fuel gauge"
Die Anzeige schließt den Tank spritdicht ab, sodass da keine Spritzer mehr durch eingebaute Röhrchen nach außen auf die Scheiben geraten. Die Anzeigetrommel wird über Magnetkraft von der innenliegenden Vierkantwelle betätigt. Die Anzeige des Benzins erfolgt im Lieferzustand zunächst als Höhenstandsanzeige (Voll-3/4-1/2-1/4-Leer)
Nach Umbau lässt sich daraus eine Volumenanzeige herstellen (Beispiel 60-55-50-45- usw ). Deshalb die Literskala auf der Anzeigetrommel. Der Umbau ist etwas aufwändig, aber du hast keinen tropfenden "Schätzbalken" mehr im Blickfeld, sondern eine vernünftige dichte Literanzeige.
Danke auch für Deinen Tipp-. Die Anzeigen mit Stab und Korken hatte ich auch schon mal gesehen. Die sind natürlich bestechend einfach. Die zylindrische Bauform gefällt mir irgendwie aber besser.
Dann kann ich meine Schlauchwaage ja bald wieder abbauen :)
Hallo Kiebitze, einige weitere Informationen zu den "spiral fuel gauges". Sie werden in zwei Längen angeboten19'' (486mm) und15'' (384mm). Die Anzeige wird in einen Schraubflansch aus Aluminium eingedreht . Dieser muss entweder in den Alutank von oben eingeschweißt werden oder aber -wie im Foto zu sehen- in eine Flanschplatte aus GFK einlaminiert werden. Im Vordergrund (gegen die Flugrichtung) sieht man den Tankstutzen, dahinter die Anzeige, dahinter die vordere Cockpitscheibe.
Oder wie hier, wo das ganze "Gerödel" von Anfang an eingeplant wurde (Blick in Flugrichtung, versenkter Tankverschluss)
Da die Längen der Anzeigen nicht unbedingt mit der Tankhöhe übereinstimmen, passe ich in der Regel das Führungsgestänge des Schwimmers und auch die Vierkantwelle an. Entweder verkürzen oder verlängern, je nach Bedarf. Eine Drehbank ist dann von Vorteil.
Wenn, (wie hier im oberen Foto) Wert auf eine Literskala gelegt wird, so muss ein Peilstab mit den Litermarkierungen erstellt werden. Die Litermarkierungen müssen in acht Abschnitte eingeteilt werden. Der Abstand zwischen den Abschnitten ist natürlich ungleichmäßig, weil ja das Tankvolumen nicht mit den Tankhöhen übereinstimmt.
Die Umstellung der Anzeige von Tankhöhe auf Tankmenge ist recht "delikat" und soll hier nicht weiter ausgeführt werden (das würde den Rahmen sprengen) Wer das wissen möchte, meldet sich mal einfach bei mir oder überlegt sich selber eine eigene Methode. Der Zeitaufwand muss mit ca. 4 Std angesetzt werden. Ich würde diesen Umbau jederzeit empfehlen Das funktioniert, ist komfortabel und narrensicher und leidet nicht an "Inkontinenz"
Das System würde rein theoretisch auch im Deckel funktionieren, jedoch wäre ich da skeptisch , weil das Gesamtsystem recht empfindlich ist. Wenn es in Ruhe gelassen wird, bleibt alles ok.
Hallo. Die Tankanzeige gefällt mir außerordentlich gut. Seit Jahren habe ich bei vollem Tank mit einem klemmenden Peilstab zu tun wegen des erhöhten Luftwiederstandes. Meine Frage an Wilfried ist ob denn dieser Schraubflansch dabei ist. Dann könnte man ja theoretisch den Schraubflansch auch als Mutter verwenden. Man brauchte nur ein Loch zu bohren und das ganze dann mit entsprechenden Dichtungen verschrauben. Der Aufwand würde sich erheblich verringern. Aber wie du ja schreibst, "Theoretisch besteht kein Unterschied zwischen Theorie und Praxis.....praktisch schon! Viele Grüße Franz
Im Südwesten Schläfrig-Holsteins (ca. 10 km nördlich von EDHE), Homebase EDHF
Hallo Franz,
ich hatte anfangs auch das Problem, dass bei vollem Tank der Draht hängen blieb. Hab dann aber festgestellt, dass es nicht am erhöhten Luftwiderstand lag sondern sich das um den Schwimmer gewundene Ende des Drahtes am inneren Rand des Tankstutzens eingehängt hat, wenn der Pegel zu hoch war. Als Abhilfe hab ich schlicht das Ende etwas nach oben gebogen, so dass es jetzt von selbst abrutscht.
Hallo Franz, der Schraubflansch kann bei aircraft-spruce (siehe Beitrag vom 4.3.) mitbestellt werden und nennt sich" welding bushing".Das Gewinde der Tankanzeige ist leicht konisch und lässt sich hervorragend mit Teflondichtband (Installationsbedarf) in den Flansch einsetzen und abdichten. Meist laminiere ich den/das "welding bushing" vor dem Einbau in GFK ein. Damit erhält man eine stabile Verschlussplatte, die sich mit der Tankoberfläche lösbar verschrauben lässt. (Siehe Beitrag vom 7.3 ,unteres Foto) Wer die Möglichkeit zum Aluschweißen hat, kann natürlich auch den/das "welding bushing" mit einem "welding ring" verschweißen und diesen dann mit dem Tank verschrauben.
Nachsatz: Der Schraubflansch hat lediglich ein Innengewinde zur Aufnahme für die Anzeige. Außen müsste man sich selber ein Gewinde "hinfrickeln". Deshalb ziehe ich die GFK- Methode vor.
Viele Grüße Wilfried D-MLBW Theoretisch besteht kein Unterschied zwischen Theorie und Praxis... ...praktisch schon !