bald ist es soweit: Die Bespannung und Lackierung der Baunummer 337 steht demnächst an. Ich habe da ganz konkrete Farbvorstellungen, die ich mit einem glänzenden 2K-PU Lack auf Ceconite erreichen möchte. Und da fängt das Problem schon an: Lacke von IRSA sind nur in recht wenigen Farbtönen erhältlich. Autolacke verspröden wohl mit der Zeit - auch wenn man eine Menge Weichmacher beimischt. Andere Lacke sind letztlich nur in Seidenmatt erhältlich. Welche Lacksysteme habt ihr verwendet? Welche Erfahrungen habt ihr damit? - Preis - Verarbeitung - Haltbarkeit - Deckkraft Ich habe mir auch schon einmal Muster der ORA-Folien kommen lassen. Da geht nichts außer Silber. Alle "Farben" sind eher Tönungen mit Durchsichteffekt. Das kann man sich bei nostalgischen Segelflugzeugen vorstellen, aber nicht beim Kiebitz.
für Oracover gibt es auch ein Lacksystem von Lanitz, der Vorteil ist das du selbst mit Lackierung noch einige Kilo gegenüber einer konventionellen Bespannung mit Spannlack und Decklack sparst. Wenn du mit Ceconite arbeitest achte unbedingt darauf keinen spannenden Spannlack zu verwenden, der geht nämlich keine dauerhafte Verbindung mit Ceconite ein und du hast dann schon nach relativ kurzer Zeit Risse im Lack.
deine Meinung kann ich bezüglich des Ceconite Bespannstoffs leider nicht teilen.
Mein Flieger ist mit Ceconite bespannt, mit IRSA Klebelack geklebt, mit IRSA Spannlack gespannt und mit IRSA DD-Lack lackiert. In 7 Jahren kein einziger Riss, Knick oder was auch immer.
Hallo Lutz, nach 23 Jahren Kiebitzausführung kann ich nur Raouls Darstellung bestätigen: Keine Probleme bei teils 17 Jahre alten Lacken. Mein Aufbau (entspricht wahrscheinlich dem von Raoul) sieht so aus: -Ceconite 102
-5-6 Spannlackaufträge ( 1. Auftrag Spannlack mit 60% Verdünnung,2. Auftrag mit 30% Verdünnung, ab dem dritten Auftrag Zusatz von Alupulver- satt verstreichen; zwischen den Trocknungsgängen jeweils leicht mit 600 er Papier schleifen, Schleifrückstände mit einem sauberen feuchten Tuch entfernen, das beseitigt auch die statische Aufladung in der Bespannung) Gründliches Durchtrocknen des Spannlackes Vor der Farb-Lackierung nochmal sehr sachter Feinschliff mit 800 er Papier und mit feuchtem Handtuch abwischen und entladen!! (Auf keinen Fall ein Entstaubungsvlies der Autoprofis auf ceconite benutzen- das bringt nur Ärger nach dem Farblackieren, weil das Vlies die ceconitefasern hochzieht.)
-Lacksystem Autocolor oder Standox mit 40 % Weichmacher und eventuell Mattierung (falls gewünscht) Das ceconie verliert während etwa einer Woche etwas an Spannung aber die kehrt wieder zurück
-Auch die Lackierung mit Basislack und anschließendem Klarlackauftrag mit 40% Weichmacher hat nach 15 Jahren keine Ablösungserscheinungen.
-Wichtig erscheint mir der erste Spannlackauftrag mit 60% Verdünnung zu sein. Er umschließt und durchdringt das ceconite- Gewebe sehr gut- man muss sogar aufpassen, dass keine Tropfen durchgedrückt werden. -Alupulver ab dem 2. Spannlack ergibt später eine schöne gleichmäßige Innenansicht der Bespannung.
Einen Versprödungseffekt konnte ich bisher bei keinem Flieger feststellen.
Danke für die detaillierte Beschreibung. Drei Fragen hätte ich dann noch:
- Streichen mit Pinsel oder besser mit Schaumwalze? (Oder löst Spannlack die evtl. auf?)
- Die Verdünnungsangaben beziehen sich auf %Vol oder auf Gewichtsprozente oder kommt es da nicht so genau? (Ich bin vom Laminieren her gewöhnt, die Sachen abzuwiegen, weiß aber, dass Lackierer eher nach Volumenprozenten arbeiten.)
Hallo Lutz, Schaumwalze OK, aber es gibt da ganz grobe Unterschiede in der Qualität und der Langlebigkeit in Verbindung mit Verdünnung (also auch Spannlack). %vol oder Gewicht spielt nicht wirklich eine große Rolle, ansonsten gibt's die technischen Merkblätter von IRSA auch online auf deren Webseite. Solltest du IRSA DD-Lack wählen brauchst du nicht unbedingt Alupulver drunter mischen, denn in der Farbe ist ein UV-Schutz drin. Außerdem steht ein Flieger (auch wenn er denn mal 20 Jahre alt wird) wesentlich öfter in der Halle (also Sonnenstrahlen-geschützt) als im Freien. Gruß, Raoul
ZitatIch habe mir auch schon einmal Muster der ORA-Folien kommen lassen. Da geht nichts außer Silber. Alle "Farben" sind eher Tönungen mit Durchsichteffekt. Das kann man sich bei nostalgischen Segelflugzeugen vorstellen, aber nicht beim Kiebitz.
Hallo Lutz,
da hast du wohl veraltete Muster... Seit ca.2 Jahren hat Oratex eine schwarz bedampfte Innenseite. Da scheint nichts durch. Aber Ceconite ist bewährt....
Wie war das noch damals ...." das Automobil wird sich nie durchsetzen!" genau das Gleiche gilt für das Internet...
na am Ende willst du wohl auch noch behaupten das die Erde keine Scheibe ist
Nee jetzt mal ernsthaft, das mit dem nichtspannenden Spannlack kommt nicht von mir oder irgendwelchen Stammtischen, es steht einfach in den Verarbeitungsvorschriften von Ceconite.
Es gibt leider viele Flugzeuge bei denen sich nach einigen Jahren Risse im Lack bilden, bei unserem Kiebitz leider auch. Mag sein das die erste Spannlackschicht mit zuwenig Verdünnung gemischt war( glaube ich aber nicht, der Vogel wurde vor 9 Jahren von einem in der Szene bekannten Profi grundüberholt ). Der in Deutschland erhältliche Spannlack geht mit Ceconite jedenfalls keine Verbindung ein. Wenn die erste Schicht genug verdünnt wurde kann sie das Gewebe vielleicht umschließen, optimale und dauerhafte Ergebnisse erreicht man aber nur mit auf Ceconite abgestimmten Lacksystemen und die sind in Deutschland nur sehr schwer aufzutreiben.
Mit der Oracover Folie habe ich erst einige Reparaturstellen an verschiedenen Fliegern gemacht, die Folie wurde danach mit Lack von Eichelsdörfer lackiert und das Ergebnis ist super.
Habe aus diversen Gesprächen mit Herstellern mittlerweile herausgefunden, dass
- Ceconite mit spannendem Spannlack im Grunde die Verkehrszulassung des Luftfahrzeugs gefährdet (na, suuuuper!!) - IRSA Lacke nur in sehr begrenzten Farbtönen erhältlich sind - IRSA Spannlack spannt auch - wie der Name schon sagt (Thema Zulassung) - Der IRSA-Techniker eine Schlaftablette ist: Auf meine Frage, ob mal ein paar Farbmischversuche durchgeführt wurden: "Nee ham wa nich und machen wa auch nich" - Oracover genau in dem klassischen Farbton eben doch durchsichtig ist (!) - Oracover vom "Kiebitz-Papst" noch nicht ins allgemeine Datenblatt aufgenommen wurde ("ja das muss ich dann auch noch mal machen") - Alle Hersteller von Ceconitefähigen Lacken (nicht spannend) in den USA sitzen und nur im Europäischen Ausland Vertretungen haben - Polyfiber auch ein nichtspannendes System ist und auch nur in UK, Schweden, Belgien, Spanien vertrieben wird - habe allerdings einen Händler in Holland ausfindig gemacht (über UK-Vertretung) - Das Polyfiber-System eine FAA-Zulasssung hat - na dann .....
So, am kommenden Donnerstag ist es soweit - es wird lackiert.... Wie ist das, habt Ihr vor dem lackieren, ausser mit 800er Papier anschleifen und mit feuchtem Tuch abwaschen, noch mit Siliconentferner gearbeitet? Gruss Fabian
das sogenannte "feuchte Tuch" sollte eins aus dem Lackiererbedarf sein. Dieses ist silikonfrei und nimmt direkt vor dem Lackieren noch letzte Stäube auf. Es fühlt sich eher klebrig als feucht an und ist eine recht grobe Gaze. Auf keinen Fall ein Schwammtuch oder so verwenden!!! Ich habe davor noch mit einem Silikonentferner gearbeitet, da in Schleifmitteln auch Silikonreste vorhanden sein können.
Also: Nass Schleifen, nur wenn du auch einen schleifbaren Untergrund hast (Bei Polybrush geht das mächtig in die Hose - ich habe nur das silberne Polyspray geschliffen) Dann Silikonentfernner, dann das Staubtuch und dann direkt lackieren. Wenn der Lack eine Reifezeit hat, dann erst Lack mischen und während der reagiert, die Flächen abwischen.
Hallo Fabian und Lutz, hoffe, dass die Lackierung noch bevorsteht! Wie ich im vorherigen Beitrag gelesen habe, wurde das Entstaubervlies vom Autolackierer empfohlen. Davon möchte ich bei Verwendung von ceconite dringend abraten- aus überflüssiger, ärgerlicher Erfahrung.
Bei meiner Lackierarbeit habe ich auf Empfehlung meines Lackprofis einmal das benannte Vlies benutzt. Glücklicherweise allerdings nur am Rumpf, denn das Tragwerk war bereits fertig. Somit war der Rumpf also "professionell entstaubt!"
ABER: Das dicke Ende folgte am nächsten Tag! Nach Aushärtung des Lackes fühlte sich die Oberfläche etwa wie 120-er Holzschleifpapier an. Der absolute Schock war das natürlich. Nach einem weiteren Härtungstag habe ich anschließend den Rumpf ganz sachte mit 600-er Nass-Schleifpapier allerdings im Trockenschliff behandelt. Mit häufigem Papierwechsel und nur wenig Druck konnten die Faserenden "gekappt" und weggearbeitet werden. Was war passiert? Das sehr griffige Vlies hat feinste ceconite - Enden aus der Verwebung nach oben gezogen und in diesem Zustand wurden die feinen Enden vom Lack fixiert.
Das ist mir bei der bisher beschriebenen Methode mit dem alten, frisch gewaschenen und sehr stark ausgewrungenen Abtrockentuch aus unserer Küche nie passiert. Entfetter/ Siliconentferner haben meine Flieger auch nie gesehen.
Und: Der Vorschlag mit dem Vlies war für den Autolackprofi auch eine völlig neue Erfahrung.
Die Tuch Methode bleibt bei mir favorisiert.
Einschränkung: Bei einer Hochglanzlackierung muss sicherlich etwas anders vorgegangen werden. Demnach stellt sich also vor der Lackierung die Frage des gewünschten Oberflächenglanzes.
Ich persönlich bevorzuge bei dem "altehrwürdigen" Kiebitzdesign die "Feldlackierung"
also ich habe wie weiter oben beschrieben, die Polyfiber-Produkte verwendet und bin exakt nach der Polyfiber-Bibel vorgegangen. Natürlich habe ich das "Polyfiber-Gewebe" (was ja dasselbe ist wie Ceconite), also den rohen Stoff nicht mit dem Tuch abgewischt, sondern das Polybrush mit dem Pinsel aufgetragen "Brush"-wie der Name schon sagt, um die Fäden zu umschließen. Auch habe ich das Brush nach dem ersten Spritzvorgang nicht geschliffen, da es wie Gummi ist. Erst das silberne Polyspray habe ich dann angeschliffen, mit Silikonentferner abgeschaschen und mit dem Lackiertuch abgewischt. Dann noch eine dünne Schicht silbernes Polyspray für einen guten Haftgrund und danach nicht mehr geschliffen, aber gewischt. Dann der Decklack (Polyfiber PU) in den jeweils angezogenen, aber nicht trockenen Decklack lackiert. Nur soviel zum Decken nötig ist ... Und das Ergebnis ist ganz hervorragend. Alle am Platz bestätigen mir eine "ganz hervorragende Lackierung". Kannst du ja auch auf Fotos sehen - hier in der Galerie ;- )