ich möchte bei der Rumpfbespannung natürlich nicht zu viel Verschnitt erzeugen... Mein Bespannstoff liegt ca. 170 cm breit. Damit lässt sich der Rumpf nicht komplett umwickeln. Auch eine symmetrische Bespannung bekomme ich deshalb nicht hin, da in der Mitte ja keine Gurte verlaufen. Unten nicht und oben auch nur ein dünner Stringer. Wie macht ihr das? Unsymmetrisch bespannen - was mache ich dann mit der Leitwerksflosse? In meinem Polyfiber-Manual steht ausdrücklich drin, dass man nur von Gurt zu Gurt spannen darf und die Stringer des Rumpfrückens keine Ansetzmöglich darstellen. Bin für jeden Tip dankbar und auch für Fotos.
Gruß aus Aachen und frohes Fest schon mal allen ... Lutz
...........In meinem Polyfiber-Manual steht ausdrücklich drin, dass man nur von Gurt zu Gurt spannen darf.............
Hallo Lutz, so kurz vor Weihnachten eben in Kürze meine Bespannweise. Zunächst: Welcher Bespannstoff ist es bei dir? Was will das genannte manual mit der "Vorschrift" bewirken oder verhindern? Ich bespanne grundsätzlich mit ceconite 102 und zwar in drei Flächenstücken: Rechte Seite( vom rechten unteren Gurt bis hoch zur mittleren Formgebungsleiste und auch zur Seitenruderdämpfungsfläche. Dabei wird die mittlere Formleiste sowie das Rohr der Dämpfungsfläche komplett umklebt) Linke Seite (Ausgehend vom linken unteren Gurt gleicher Ablauf wie bei der rechten Seite. Nur dieses Mal wird über der oberen Formleiste ein etwa 40 mm breiter Kleblackstreifen vorbereitet, der auch an der Seitenruderdämpfungsfläche hochläuft) Unterseite ( Die bereits angeklebten Seitenbespannungen etwa 40 mm über die Gurte hinaus mit Klebelack einstreichen und die Ränder der Unterseitebespannung sauber verkleben. Auf dem Rumpfrücken bringe ich bis zur Seitenruderdämpfungsfläche zum Schluss noch eine 55mm breite Klebefläche für 50 mm Zackenband an.
Und wenn du nach einer Nacht Ruhezeit die Schnittkanten nochmals mit einem Bügeleisen bei mittlerer Temperatur glatt bügelst, siehst du später kaum Übergänge. Es gab noch keinerlei Ablösungen bei dieser Methode- selbst bei 17 Jahre alten Fliegern nicht. Ach ja, da fällt mir ein: Die übrigen Formgebungsleisten (außer der mittleren) erhalten vor dem Bespannen einen Tesafilmstreifen über ihre gesamte Länge. So kann sich der Bespannstoff durch den späteren Spannlackauftrag nicht mit den Leisten verkleben. Das verhindert Schiebefalten am Ende der Leisten, wenn sie sich im Laufe des Kiebitzlebens dehnen (nasser Herbst) oder verkürzen (trockener Sommer)............ Obwohl mein Kiebitz inzwischen auch schon älter ist, hat er trotzdem weniger Falten als ich......
danke für deine Ausführungen so kurz vor der "Bescherung". Der Rumpfrücken besteht bei mir aus extrem dünnen Alurohrstringern, welche ich bei Finsterwalder bekommen habe. Die benutzen das für Segellatten bei Hängegleitern. Ist hochfest und extrem stabil. Daher habe ich keine materiellen Dehnungsunterschiede im Winter oder Sommer zu erwarten. Bedingt durch die Rohrform des oberen, wie auch der anderen Rumpfrückenrohre, habe ich halt extrem wenig Klebefläche. Ich verwende Polyfiber, was im Grunde exakt dasselbe ist wie Ceconite. Alle Materialwerte stimmen bis auf die Stellen hinter dem Komma überein. Ich nehme an, dass es sich sogar um denselben Webstuhl handelt .. ;- ) Im Polyfiber-Manual steht halt, dass man eine größere Auflagefläche benötigt, was ich ja bedingt durch das dünne Rohr nicht bieten kann. Habe aber noch einmal nachgelesen: Da steht, wenn der Stoff zu schmal ist, soll man ihn vorher zusammennähen. Das werde ich dann für die linke und rechte Seite machen. Zackenband drüber und fertig.
Apropos Manual: Ich bin von dem Polyfiber Manual recht begeistert. Es erklärt eine Menge. Ist halt nur auf englisch zu bekommen, aber recht gut verständlich geschrieben. Darin wird auch mit einer Menge Irrglaube aufgeräumt. Kann ich eigentlich nur empfehlen... ... Tip für alle, die noch was bespannen müssen.
Das Rohr ist hochfestes Alurohr uneloxiert 12 x 0,45 mm wiegt 46 g/m F=60 (??) und ist 4,8 m lang. Ich habe es für einen 5-stäbigen Rumpfrücken und die Seiten verwendet und auch für die Verkleidung vorne und hinten unter dem Rumpf, um auf das richtige Neveau zu kommen (damit die Fläche schön eben im Rumpf liegt, und nicht unten drunter geklatscht ist. Insgesamt habe ich 6 Rohre geordert damals (Anfang 2010) der m-Preis lag bei 4,54 EUR also gesamt 130,75 EUR. Wird heute entsprechend teurer sein. Dann habe ich eine Spedition beauftragt, mir die Rohre abzuholen. Dazu muss man immer mehrere Sped. anfragen, da die Preise oft astronomisch weit auseinanderliegen. Herr Platzer fand das bei der Rohbauabnahme "wunderschön" Ich habe die Rohre auch nicht mit dem Schaum als Abstandshalter angeklebt, sondern mit Balsabrettchen, da mir öfters mal Schaumrippen gebrochen waren. Allerdings würde ich mir heute welche aus Balsa-Sperrholz herstellen und nicht massiv 10mm Material nehmen. Das Rohr dann mit Kevlar-Rovings an der Struktur "anbinden" und anschließend die Rovings mit Harz tränken. Das gibt eine bombenfeste Verbindung ;- ) Platzer war auch von dieser Detaillösung "begeistert"
... da staunt der Laie - und der Fachmann wundert sich ...