Guten Morgen Kameraden! Beiße mir schon seit etwas längerem die Zähne an den Buchsen zur Aufnahme der Pylonen für den oberen Tragflügel aus. 1. Problem: bei der plangemäßen Vorformung des ersten Bördelrandes würde das rohr offenbar dermaßen aufgetrieben, diss es am Ende nicht mehr aus dem Metallblock herauskam. Als Lösung des Problems habe ich ein Werkzeug zum Bördeln von Bremsleitungen besorgt. 2. Problem: Einmal eingesetzt ist mit Hämmern und auftreiben leider nix, da ich keinen vernünftigen gegenhalt kriege. Hat einer von Euch ne Idee, evtl eine "Presse" o.Ä?
Bei mir war es ähnlich: Zu lange Buchse, die sich im Rohr dann krümmen wollte, aber nicht dort, wo sie es sollte.
Ich bin wie folgt vorgegangen: Erste Bördelung ohne das Rohr durchgesteckt zu haben. Ich habe mir einen Dorn gebastelt, auf den ich das Ermetorohr drüber gestülpt habe. Praktisch eine Stahlplatte mit einer langen Schraube durchgesteckt. Dieser Dorn war aber kurz genug, dass er nicht oben durchschaute. Dann habe ich mir einen Satz "Körner" mit diversen Spitzenwinkeln geschliffen. Dicke alte HSS Bohrer funktionieren hier recht gut. Den mit dem kleinsten Winkel (also der Spitzeste) zuerst nur ein paar leichte Schläge, damit er nicht festkeilt. Dann immer flachere genommen, bis der Bördelrand da war. Den Rest mit der flachen Hammerseite. Und immer viele leichte Schläge aus diversen Richtungen ......
Die zweite Bördelung praktisch gleich, nur dass da jetzt das zu verstärkende Rohr mit drüber muss. Es ist sinnvoll eine vernünftige Einspannung zu wählen, die nicht federt - sonst wird es gerne krumm. Also einen fetten Schraubstock wählen. Strebenrohr dann am anderen Ende etwas abfangen. Was man auch gut zum Schmieren nehmen kann ist "Anti-Seize" von Weicon oder so. Das hatte ich auch für die kleinen Buchsen verwendet - die fressen sich dann im Werkzeug nicht fest.
Falls dir die Hülse ganz minimal innen auftreibt, kann man geringe Deformationen auch ausbohren. Aber nicht versuchen, eine "Banane" innen gerade bohren zu wollen ;- )
Das "Festsetzen" im Werkzeug habe ich dadurch gelöst, daß ich das Loch im Metallklotz geringfügig größer gebohrt habe (8,5mm statt 8mm) Dann entsteht beim Aufbördeln leider auch an dem gegenüberliegenden Ende der Buchse ein kleiner Grat, den ich anschließend mit einer kleinen Feile entfernt habe. Mühsam, aber geht. Den Tipp von Lutz, das Werkzeug zu schmieren, habe ich nicht probiert. Könnte aber eventuell die elegantere Lösung sein.
Ein nicht federnder (!) Gegenhalt ist entscheidend wichtig. Die ersten Buchsen die ich gemacht habe waren eine Quälerei, da meine Leichtbau-Werkbank die Hammerschläge nicht sichtbar, aber sehr effektiv gedämpft hat. Die weiteren Buchsen habe ich auf einem massiven Schraubstock mit Amboßplatte, bzw. auf einer Metallplatte direkt auf dem Beton-Fußboden gehämmert.
Ich weiß nicht genau welche Verstärkungen Du gerade einsetzt. Vielleicht kannst Du ja mal ein Foto posten.
Grundsätzlich gibt es die "kurzen" Buchsen als Verstärkung in Knotenblechen etc. Da ist das Gegenhalten kein Problem. Dann gibt es die "langen" Buchsen, die als ein Teil durch ein Rohr hindurchgehen (z.B. im Steuerknüppel, in den Stielen, Streben, ...). Auch da sollte das Gegenhalten kein Problem sein. Diese Buchsen werden lediglich gerne zur "Banane", insbesondere wenn der überstehende, umzubördelnde Teil zu lang gewählt ist. Am Aufwändigsten sind die Buchsen zur Aufnahme des Motorträgers einzusetzen. Da hinterher die Kugel des Motorträgers in das Rohr hinein passen muß, gehen hier nur einzelne, kurze Verstärkungen. Als Gegenhalt habe ich ein Stück Rundstahl in das Rohr geschoben, nachdem ich die Buchse von innen eingesetzt habe. Dann das Ganze auf eine nicht federne Unterlage gelegt, und abschließend erst mit, dann ohne Dorn, und vielen leichten Hammerschlägen die Außenseite der Buchse aufgebördelt.
Die inneren Trapezstiele sind im Plan falsch bemaßt ! Ich hatte den Fehler gemacht, erst alle Laschen und Verstärkungen einzubauen, um dann beim Zusammenbau des Rohbaus festzustellen, dass ich die Dinger noch einmal ändern durfte