Ich denke ich mach mal den Anfang und beschreibe mein neues Projekt. Anlässlich des UL Treffens in Havelberg 2009 bei dem ein Kiebitz über Kopf gegangen ist, reifte die Idee für einen Kiebitz der die Möglichkeit bietet viel Fracht aufzunehmen um ihn quasi als Werkstattflieger zu verwenden. Ausgerüstet mit Ersatzteilen und Werkzeug. Glückliche Zufälle verschafften mir einen Kiebitz Rohbau der schon lange aufgegeben in der Ecke stand sowie einen alten Limbach 2 Liter Motor. Damit war ja schon ne Menge da. In meiner Werkstatt lag auch noch das eine oder andere so dass der Verwirklichung nichts mehr im Wege stand. Baubeginn war dann im Herbst letzten Jahres. Schon vor etwa 10 Jahren hab ich darüber nachgedacht einen Motor wie Limbach oder Sauer, also auf VW Basis, mit einem Getriebe zu versehen um endlich die volle Leistung des Motors ausnützen zu können. Das sollte diesmal verwirklicht werden. Dazu kamen noch folgende Ideen: Da ich mit der METH im Regen mal richtig abgesoffen bin und im Winter auch so manches mal halb erfroren bin, sollte diesmal eine geschlossene Haube her. Aber eine die man im Flug aufschieben kann, weil offen fliegen ja viel schöner ist so lange das Wetter mit spielt. Nachdem ich in einer Pitts gesessen bin gefiel mir die Haube sehr gut. Allerdings war sie ein bischen klein. Fündig geworden bin ich dann bei einer Haube von der Acro Sport. Die hat die gleiche Form, ist aber etwas grösser. Die Avionik sollte so modern wie möglich sein. Schliesslich soll das ja ein Arbeitspferd werden. Also ein gutes GPS und gutes Funkgerät sowie Transponder. Eingebaut hab ich dann ein Garmin 695 sowie Becker Funk und Mode S Transponder. Für die Triebwerküberwachung kommt ein Dynon EMS-10 zum Einsatz. Dies bietet auf kleinstem raum alle notwendigen Informationen. Ein besonderes Schmankerl ist dabei das Spritmanagement. Nachdem ich die ersten Skizzen angefertigt hatte über die Form, war ich mir nicht so ganz sicher in welche Richtung das ganze läuft. Irgendwie sah der Flieger aus wie eine Kreuzung mit einer Spitfire. Eines Tages vielen mir Bilder in die Hand die ich letztes Jahr in Duxford aufgenommen hab und da hatte ich eine Gloster Gladiator fotografiert. Wie ich die sah, wusste ich was mir eigentlich vorschwebte. Nun wird es also ein Kiebitz der sehr stark von der Gladiator inspiriert ist. Dicker Rumpf, Schiebehaube, Sternmotorcowling. Was bisher entstanden ist, seht Ihr auf den folgenden Bildern.
hier ist die erste Überlegung des hinteren Rumpfdecks. Das sah aber zu sehr nach Spitfire aus. Unpassend irgendwie. Der Rumpf war schon instandgesetzt und erste Formspanten bereits eingefügt. Die Canpoy zu Testzwecken bereits aufgesetzt. Aber die Form, nee das ging nich
Jens D-MZAF
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Rumpfform erster teil.jpg
nachdem der Groschen also gefallen war wie der Rumpf auszusehen hatte, gings zum Lackierer. Freund Andre hat mir das Rumpfgerüst in British Aircraft Interior green lackiert. Die Originalfarbe der Britischen Militärmaschinen aus alten Zeiten. Irgendwie steckte noch ein bischen der Spitfire Bazillus in mir.
Jens D-MZAF
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Lack Andre.jpg
Die Gladiator hat einen schönen runden Rumpfrücken mit einem grossen Kopfablauf und einen Fensterbereich hinter der eigentlichen Canopy. Das wollte ich auch. War mir nur nicht ganz sicher ob sich das in die Kiebitzstruktur einbauen lässt. Es geht aber! Der bereich des Kopfablaufs ist auch der Bereich der Ausschussöffnung für das Rettungsgerät.
Jens D-MZAF
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Kopfablauf.jpg
zwischendurch schon mal ein paar Gedanken zum Motor machen. Der Motor ist ein Limbach 2000EO, also einer mit Geräteträger und dem Anlasserkranz hinten. Dadurch hab ich vorne Platz für das Getriebe. Das Getriebe selbst stammt von Great Plaines aus den USA. Ganz ohne modifikationen kann es leider nicht am Limbach montiert werden da die Amis in Ihren Motoren andere Kurbelwellen einsetzen. Die Riemenscheibe passt nicht an die Kurbelwelle. Das Problem konnte aber relativ leicht behoben werden. Die Riemenscheibe wurde ausgedreht, Der originale Propflansch abgedreht und das ganze mit 6 Schrauben verheiratet. Passt perfekt. Auf dem Bild ein erster Testzusammenbau.
Jens D-MZAF
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Motor m Getriebe Original
Der Motorträger muss logischwerweise auch komplett neu gestaltet werden da der Motor durch das Getriebe etwa 16cm tiefer liegt. Ausserdem wollte ich diesmal eine 4 Punktaufnahme haben. Als Basis diente der bereits vorhandene konstruierte UL-Powerträger.
Jens D-MZAF
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Motorträger.jpg
Die Cowling soll eine Sternmotorcowling werden. Diesmal richtig kreisrund. Es soll eine Art Townsendring werden. Also neue Form bauen. Ich hab sie zunächst 3D CAD gezeichnet, anschliessend auf der Portalfräse in Schichten gefräst, die einzelnen Schichten zusammengeklebt und mit einer Lage Glas belegt. Anschliessend feinspachten und lackieren.
Jens D-MZAF
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Cowilng hälfte.jpg
Mittlerweile ist auch der Anschluss vom Brandspant zur Cowling auf die gleiche Weise entstanden, sowie eine Form für Radschuhe. Jetzt kann man schon langsam sehen wie es mal werden soll. Die Urmodelle sind jetzt beim lackieren. Leider hat Andre im Moment wenig Zeit dazu daher kann ich mich mal wieder auf den Motor und die Avionik stürzen.
Jens D-MZAF
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Supersportster molds klei
Den Motor hab ich mittlerweile komplett überholt. Aufgrund der zu erwartenden höheren Drehzahl, hab ich Ihn von einem Vergaser auf zwei Vergaser umgerüstet. Die Vergaser stammen von einem Limbach 2000EB. Die Original Positionierung der Vergaser war direkt hinter den hinteren Krümmern was mir überhaupt nicht gefiel. Ebenso die Original Ansaugkrümmer die mir den Bereich oberhalb der Köpfe sehr stark einengten und dadurch eine saubere Kühlluftführung eigentlich unmöglich machen. Aus alten Käferschraubertagen viel mir aber ein wie die Original Käfer Krümmer aussahen. Der einzige Unterschied ist, dass sie für den Käfer nach vorne laufen. Also seitenverkehrt montieren! Dadurch konnte ich, nachdem ich ein neues Saugrohr geschweisst habe, die Vergaser hinten oben, dicht zusammen montieren und damit auch das Synchrongestänge stark kürzen und erleichtern. Da ich immer alle auf die Waage schmeisse konnte ich sogar feststellen das diese Variante sogar leichter ist als das Limbach original.
Jens D-MZAF
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Motor überarbeitet.jpg
Das Cockpit ist so geworden wie geplant. GPS, Funk und Dynon sind installiert und alles funktioniert. Man kann schon drinnen sitzen und mächtig brumm brumm machen ! Als Grundinstrumentierung sind nur noch Höhenmesser, Fahrt, Vario und Kompass verbaut. Das reicht. Als kleine Gimmick hab ich einen Steuerhorn mit kreisförmigem Griff gebaut. Wie in der Gladiator bzw. Spitfire. Der Feuerknopf ist Funkknopf.
Jens D-MZAF
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cockpit klein.jpg
Funk und Transponder und fast alles andere Elektrische sind in einem Panel an der rechten Seite verbaut. Durch die breitere Rumpfform konnte das alles nach aussen wandern und gibt somit viel Platz im Cockpit. Als Extra Luxus hab ich noch einen Lautsprecher mit eingebaut um am Boden den Funk mit abzuhören ohne jedesmal das Headset aufzusetzen.
Jens D-MZAF
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Funk Transponder.jpg
Hier mal wieder ein Update. Leider hat mich ein Virus die letzten Tage ziemlich lahm gelegt, daher gings eher schleppend voran. Nach langem überlegen hab ich mich entschlossen den Kühllufteinlauf doch noch komplett wieder zu überarbeiten. Durch die neuen Saugrohre ist viel Platz entstanden oberhalb der Zylinder und den will ich nutzen. Ich hab daher ein Blech gekantet welches sich komplett um Zylinder und Köpfe legt. Darauf kommt ein Lufteinlauf den ich eigentlich nur der Optik halber aus Kohlefaser laminiert habe. Das Bild zeigt die erste Seite die jetzt noch geschliffen und klar lackiert wird um wieder eine schöne CFK Optik zu bekommen. Die zweite Seite ist ebenfalls bereits im entstehen.
Jens D-MZAF
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Lufteinlauf 1.jpg
Lufteinlauf 2.jpg
ausserdem ist noch die Halterung für die Vergaserbowdenzüge entstanden. Diese nimmt auch gleichzeitig einen Behälter auf, in dem der Tankgeber montiert ist. Der Behälter ist oben und unten mit dem Tank verbunden, also eine kommunzierende Röhre. Das spart mir im Tank einen weiteren Flansch sowie einen Zugang, sollte ich den Geber mal austauschen müssen. So, das wars erstmal für heute.
Jens D-MZAF
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Lufteinlass Urmodell.jpg
Tankgebergehäuse.jpg
..es geht mal wieder weiter. Die Urmodelle für die Cowling sind vom Lackierer zurück. Nun kann die Harzpamperei losgehen. Ein dickes Danke nochmal an Andre! Super Arbeit!! [attachment=2]Urmodelle lackiert.jpg[/attachment]
Zwischenzeitlich ist die Luftführung des Motors fertig geworden. [attachment=1]Lufteinlauf vorn.jpg[/attachment] [attachment=0]verblechung.jpg[/attachment] Die Lösung mit den zwei Vergasern habe ich mittlerweile wieder verworfen. Nun kommt doch was anderes rein. Ich hab mich entschlossen eine TBI von Rotec einzubauen. Eine Throttle Body Injection. Diese soll angeblich hervoragend funktionieren und bietet die Möglichkeit das Gemisch im Flug zu regeln. ..Na wir werden sehen. Jedenfalls heisst das jetzt das Saugrohr nochmal neu zu bauen. Mehr dazu in Kürze.
Jens D-MZAF
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Urmodelle lackiert.jpg
verblechung.jpg
..es geht weiter mit dem neuen Ansaugrohr für die TBI. Nachdem das Saugrohr fertig war, konnte ich feststellen dass der Gewichtsunterschied schon gewaltig war. Die Wägung brachte zu Tage: Die Zwei Zenith CD-150 Vergaser wiegen mit Synchrongestänge und Saugrohr 4.7kg (!) Die TBI mit Saugrohr 1.6 kg! Welch ein Unterschied. Also zumindest Gewichtsmäßig hat es sich schon mal gelohnt. Jetzt muss sie sich nur noch bewähren. An dieser Stelle ein herzlichen Dank an Sven Weinig der so freundlich war mir kurzfristig den Flansch für die TBI auf seiner CNC Fräse zu fertigen!
[attachment=2]Ansaugrohr von oben.jpg[/attachment] [attachment=1]ansaugrohr mit TBI_1.jpg[/attachment] [attachment=0]ansaugrohr mit TBI_2.jpg[/attachment]
Jens D-MZAF
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Ansaugrohr von oben.jpg
ansaugrohr mit TBI_1.jpg
ansaugrohr mit TBI_2.jpg